Gemeindebrief – Frühjahr 2017

Liebe Gemeinde,
durch die Passionszeit hindurch gehen wir dem Auferstehungsfest entgegen. Es ist ein Weg, der uns im eigenen Leben sehr vertraut ist und den wir immer wieder von Neuem betreten. Es bleibt uns nicht erspart, uns zu wandeln, Vertrautes loszulassen und uns auf das einzulassen, was uns aus der Zukunft entgegenkommen möchte. So mancher Schritt, den wir tun müssen, mag uns zunächst überfordern und schmerzhaft sein. Doch es sind grade die leidvollen Momente, die unsere Seele tief berühren und öffnen für die Begegnung mit dem Menschensohn. Er ist uns vorangegangen durch das Sterben hindurch und hat uns die Auferstehungskräfte geschenkt für unser Werden. Und so ist er mitten darinnen in all unseren Wandlungen, durch die wir in unserem Leben gehen und innerlich wachsen. Rainer Maria Rilke hat folgende Worte dafür gefunden:

… Und manchmal, während wir so schmerzhaft reifen,
Daß wir an diesem beinah sterben, dann:
Formt sich aus allem, was wir nicht begreifen,
Ein Angesicht und sieht uns strahlend an.

Herzlich grüßt Sie im Namen des Pfarrerkollegiums

Anke Nerlich


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Gemeindebrief – November 2016

Liebe Gemeinde,

die Adventszeit senkt ihre Stimmung wie eine dunkle, von Sternen besprengte, himmlische Decke auf unsere unruhige Welt. Wir können Advent als die stille Jahreszeit bezeichnen, nicht weil unser Leben selber still wird – im Gegenteil – sondern weil sich in der Adventszeit wie eine Himmelsgnade die Neigung zur stillen Einkehr unserer Seelen bemächtigen kann. Öffnen wir uns dieser Stimmung, öffnen wir einer von Dürre heimgesuchten Landschaft Zugang zum lebensspendende Regen. Wie die ersten Tropfen eines Regensturms zunächst die äußeren Flächen der Dinge benetzen, den Staub und Schmutz binden und forttragen, und erst langsam in die Erdoberfläche und schließlich die Erdentiefen dringen, so empfinden wir zu recht die andachtsvolle Stimmung als den Erwecker und Träger unseres tieferen Menschseins. Unsere Seele wird durch sie „marienhaft“. Das lässt uns ahnen, wie unendlich die Seele der Maria sich weiten ließ, um das Jesuskind zu empfangen. Es lässt ebenso die Fähigkeit der Seele erahnen, die  wie ein breites Netz das Sprechen des Geistes unserer Zeit hinhörend empfangen kann – und will. Andacht, wie Wasser, ist aber nicht das Leben selbst. Sie braucht einen Inhalt, welchen sie erquicken kann. Diesen Inhalt finden wir in unseren alltäglichen Begegnungen mit lieben Menschen, in der zeitlosen Botschaft des Evangeliums und in dem Wortlaut der Menschenweihehandlung selber. Wir sind für Lebendiges geschaffen – nicht für das Phrasenhafte, Zerstreuende, welches uns als Seelennahrung heute verkauft wird. Unsere Gemeinschaft möge in dieser Zeit ein besonderes Hinhören auf die lebensspendende, lebenstragende Kraft des Geistes entfachen!

Mit adventlichem Gruße im Namen des Pfarrerkollegiums

Marcus Knausenberger


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